Aktuelles zum Corona-Impfstoff

Neuigkeiten und Updates bzgl. des Coronaimpfstoffes und des Impfzentrums in Elmshorn:

(letztes Update/ Stand der Informationen: 27.12.20)

Die Bundesregierung plant den Aufbau von bis zu 29 Impfzentren in Schleswig-Holstein. Die Träger sind der Kreis unter Mithilfe des DRK und der Johanniter, sowie der Bundeswehr. Die kassenärztliche Vereinigung tritt als (Personal)”Makler” für das ärztliche Personal auf. Zunächst sollen Risikopatienten (Heimbewohner), sowie exponierte Berufsgruppen geimpft werden. Eine grobe Zusammenfassung der geplanten Priorisierung finden Sie weiter unten. Den Stand der Praxis bei der Ausstellung der Impfbescheinigungen können Sie hier nachlesen.

Der Impfstoff wird zunächst der mRNA-Impfstoff der Firma Biontech (zum Thema Impfstoffe siehe unten), nachfolgend ggf. der Coronaimpfstoff der Firma Moderna, ebenfalls ein mRNA-Impfstoff, sein. Die EU wird die verfügbaren Dosen gleichmäßig auf die Mitgliedsstaaten verteilen. Es werden zwei Dosen für einen Patienten benötigt.

Termine in den Impfzentren zur Durchführung der Coronaschutzimpfung

Derzeit wird es nach meinem Informationsstand eine Einladung zur Impfung geben. Im Gespräch ist, dass der Hausarzt vorher dazu eine Bescheinigung für – zunächst – Hochrisikopatienten ausstellt. Dieser Punkt ist bisher noch nicht abschließend geklärt.

Patienten können über die Telefonnummer 116 117 oder auch im Internet unter www.impfen-sh.de einen Impftermin machen. Die eigentliche Patiententerminierung übernimmt die Firma Eventim.

Auf der Interetseite www.impfen-sh.de erscheint derzeit noch die Meldung: Hier werden Sie Ihren Termin zu(r) Corona-Schutzimpfung buchen können, sobald dafür ausreichend Impfstoff verfügbar ist. Zuerst werden Menschen u. a. in Pflegeeinrichtungen geimpft, die besonders gefährdet sind.

Ferner werden dort weitere Informationen zur Verfügung gestellt.

Es sollen Impfzentren in Elmshorn, Pinneberg/ Prisdorf, Itzehoe eingerichtet werden. Die kassenärztliche Vereinigung rekrutiert derzeit Ärzte und medizinisches Fachpersonal/ medizinsche Fachangestellte. Das Impfzentrum in Elmshorn wird in der Otto-Hahn-Strasse 18 sein. Die strukturelle Einrichtung soll in wenigen Tagen abgeschlossen sein, dann wird auf den Impfstoff gewartet. Zusätzlich gibt es in Schleswig-Holstein 15 mobile Impfteams für die Versorgung von Alten- und Pflegeheimen.

Voraussichtlich ist das Impfzentrum Elmshorn ab 08 Uhr für zehn Stunden geöffnet. Der Start könnte Mitte Januar 2021 sein.

Wir versuchen Sie über den Stand der Entwicklung des Corona-Impfstoffes informiert zu halten. Sollten Sie eine Nachricht, zum Beispiel bei Verfügbarkeit wünschen, können Sie auch unsere “Praxisinformation per Email” abonnieren.

Der Impfstoff/ die Coronaschutzimpfung

Aktuell befinden sich unterschiedliche Coronaimpfstoffe in der Entwicklung und Testphase. Weltweit sollen bis zu 168 Projekte laufen, 12 Corona-Impfstoffkandidaten befinden sich laut Dt. Ärzteblatt in klinischen Studien. Bekannt sind Impfstoffe, welche abgeschwächte Viren/ Totimpfstoffe oder deren Proteine als Antigene benutzen, relativ neuartig in der Humanmedizin sind Konzepte, welche mRNA/ DNA zur Erlangung einer Immunität verwenden.

Experten gehen davon aus, dass bestimmte Impfstoffe bereits im Oktober eine Zulassung erhalten können. Voraussetzung ist hier natürlich der erfolgreiche Abschluss der Phase-III-Studien. Das Paul-Ehrlich-Institut hält sich etwas bedeckter, hier geht man davon aus, dass es “Ende 2020 und Anfang des nächsten Jahres Zulassungen geben wird”.

 

Der Nachrichtensender NTV berichtet, Biontech habe nicht nur den finalen Genehmigungsprozess beantragt, sondern beginnt nun auch mit der Massenproduktion des Impfstoffes BNT162b2. Dieser Impfstoff wird ein mRNA-Impfstoff sein. Eine bedingte Zulassung ist am 21.12.2020 erfolgt. Der internationale Freiname lautet Tozinameran,

der Handelsname Comirnaty.

Prinzip der mRNA-Impfstoffe:

mRNA kommt natürlich in den Körperzellen vor und dient dort der Synthese von Proteinen. Diese werden anschließend prozessiert und können ihren biologischen Zweck erfüllen.

Auch Krankheitserreger bzw. Viren nutzen letztendlich diesen Weg, um ihre einzelnen Bestandteile zu replizieren und eine neue Generation der Krankheitserreger zu produzieren.

Ein mRNA-Impfstoff sollte eine Sequenz erhalten, der mögichst charakteristisch für den Krankheitserreger ist, möglichst stabil und unverändert bleibt und nicht pathogen – krankmachend – ist. Das resultierende Protein wird hernach dem Immunsystem präsentiert, welches mit der Antikörperproduktion beginnt.

Ein Übersichtsvideo ist bei YouTube verfügbar.

Das Prinzip ist ein relativ neues Verfahren und bietet zukünftig große Chancen, weitere Erkrankungen zu behandeln. Langzeitergebnisse liegen nicht vor.

Inhaltstoffe des Impfstoffes von Biontech: NaCl ( Natrium-Chlorid = Kochsalzlösung, mRNA, Lipide. – Nicht enthalten sind Proteine oder Adjuvantien inkl. Konservierungsstoffe. Die 4 Lipide sind:
(4-Hydroxybutyl)azanediyl)bis(hexan-6,1-diyl)bis(2-hexyldecanoat) (ALC-0315),
2[(Polyethylenglykol)-2000]-N,N-ditetradecylacetamid (ALC-0159),
1,2-Distearoyl-sn-glycero-3-phosphocholin (DSPC),
Cholesterin

allergische Reaktion
Eine mögliche allergische Erscheinungsform auf ein kosmetisches Produkt

 

Das Polyethylenglykol könnte an den beobachteten allergischen Reaktionen beteiligt sein, obgleich diese Substanz in Medizin und Kosmetik ein breite Anwendung findet. Ohne dass diese Behauptung wissenschaft belegt ist, würde ich persönlich zunächst bei Patienten, welche auf Kosmetika (Cremes und Lotionen, Parfüms, Deodorants, Insekten-Abwehrmittel, Lippenstifte, Zahnpasten, Haarpflegemittel, Zahnreinigungstabletten, Badezusätze, Lubrastrips) reagiert haben, zunächst auch bei der Impfung zurückhaltend sein. Trotzdem bleibt festzuhalten, dass der Corona-Impfstoff der Firma BionTech weniger allergene Stoffe beinhaltet, als herkömmliche Impfstoffe. Zitat: Allergische Reaktionen traten in der Zulassungs-Studie von Pfizer/BioNTech nur bei 0,63 Prozent der Patienten auf, die den Impfstoff erhielten und bei 0,51 Prozent der Patienten in der Plazebogruppe. In dieser Studie waren jedoch anaphylaxiegefährdete Patienten ausgeschlossen.

Ein Lösungsansatz könnte eine vorherige Allergietestung auf PEG sein, welche derzeit für Risikopatienen diskutiert wird.

 

 

 

zu erwartende Nebenwirkungen: nach derzeitigen Kenntnisstand sind dies grippeähnliche Symptome, Kopfschmerz, Fieber, Müdigkeit und Beschwerden an der Injektionsstelle. Die Impfung kann ausschließlich intramuskulär (i. m.) im Oberarm appliziert werden. Allergische Reaktionen sind durch das Fehlen von Proteinen und Adjuvantien nicht häufig zu erwarten.

Der Impfstoff wurde auch an Patienten mit Vorerkrankungen getestet, wo er einen Schutz von bis zu 95% eine Woche nach der Zeiten Impfung erreichen kann. Wie lange dieser Schutz besteht, kann noch nicht gesagt werden. An Schwangeren und Immunsupprimierten Patienten wurde der Impfstoff bisher nicht getestet. Erstere sowie Kinder unter 16 Jahren sollten daher nicht geimpft werden. Bei letzteren ist es eine Einzelfallentscheidung, was jedoch sehr sinnvoll erscheint.

Leider ist abschließend noch nicht geklärt, ob geimpfte Menschen den Virus weitergeben können, daher ist adhoc nicht mit einer Lockerung der allgemeinen Beschränkungen für Geimpfte zu rechnen.

 

Übersicht der geplanten Priorisierung der Coronaimpfung:

(detailierter ist dies hier nachlesbar)

Höchste Priorität

– Alter: über 80 Jahre
– medizinisches Personal und Hilfspersonal mit Kontakt zu anfälligen Risikogruppen (onkologisch erkrankte, transplantierte, ältere oder pflegebedürftige Menschen), mit hohem Expositionsrisiko wie Intensivstationen, Notaufnahmen, Rettungsdienste, ambulanten Palliativversorgung, SARS-CoV-2-Impfzentren und in Bereichen mit infektionsrelevanten Tätigkeiten

Hohe Priorität

– Alter: über 70 Jahre
– geistig Behinderte und Demenzerkrankte, Organtransplantatierte
– enge Kontaktpersonen inkl. Personal von über 80-Jährigen oder Bewohnern von Alten- Pflegeheimen und Heimen für geistig Behinderte, Schwangere
– medizinisches Personal/ Hilfspersonal mit einem hohen oder erhöhten Expositionsrisiko (Ärzte und Personal mit regelmäßigem Patientenkontakt, Blut- und Plasmaspendedienste, SARS-CoV-2-Testzentren)
– gefährdete Polizei- und Ordnungskräfte
– Personen im öffentlichen Gesundheitsdienst und in relevanten Positionen der Krankenhausinfrastruktur
– Personen, die in Flüchlings- und Obdachloseneinrichtungen leben oder tätig sind

Erhöhte Priorität

– Alter: über 60 Jahre
– Vorerkrankungen: Adipositas, chron. Nierenerkrankung, chron. Lebererkrankung, Immundefizienz, HIV-Infektion, Diabetes mellitus, div. Herzerkrankungen, Schlaganfall, Krebs, COPD, Asthma, Autoimmunerkrankungen und Rheuma
– medizinisches Personal/ Hilfspersonal mit niedrigen Expositionsrisiko und ohne Kontakt zu vulnerablen Patienten
– Personen in systemrelevanten Positionen

( Das Robert-Koch-Institut unterscheidet insgesamt 6 Stufen, nachzulesen hier: rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2021/Ausgaben/02_21.pdf?__blob=publicationFile )

 

Quellen: Briefing der KVSH vom 16.12.2020, New England Journal of Medicine : Safety and Efficacy of the BNT162b2 mRNA Covid-19 Vaccine, NTV, Robert Koch Institut,

Klimek L, Novak N, Hamelmann E. et al. Schwere allergische Reaktionen nach COVID19-Impfung mit dem Impfstoff von Pfizer/BioNTech in Großbritannien. Stellungnahme der deutschen allergologischen Gesellschaften AeDA, DGAKI, GPA. Allergo Journal International 2020