Fisch und Meeresfrüchte gelten in der mediterranen Ernährung als gesundheitsförderlich — bei Gicht braucht es allerdings eine differenzierte Betrachtung. Manche Sorten sind ideal, andere gehören zu den purinreichsten Lebensmitteln überhaupt. Auf dieser Seite finden Sie kompakte Empfehlungen zu Lachs, Thunfisch, Wolfsbarsch, Calamari und weiteren Klassikern. Eine vollständige Übersicht zum Thema mit unserem Purin-Checker finden Sie auf unserer Seite zu Harnsäure, Gicht und Ernährung.
Lachs und Lachsforelle bei Gicht
Lachs ist in moderater Menge bei Gicht möglich. Der Puringehalt liegt bei etwa 170 mg pro 100 g — mittel bis hoch. Wer stabile Harnsäurewerte hat, kann ein- bis zweimal pro Woche eine normale Portion (120–150 g) genießen.
Lachsforelle liegt etwas niedriger (etwa 150 mg pro 100 g) und ist damit eine sanftere Alternative. Bei akuten Gichtanfällen sollten Sie beide Fischsorten zurückstellen und auf magereren Fisch ausweichen.
Praxis-Tipp: Lachs frisch oder geräuchert macht im Puringehalt kaum einen Unterschied. Wichtiger sind Menge und Häufigkeit. Wer Lachs liebt und Gicht hat: kleinere Portionen, dafür mit viel Salat und Vollkornbeilage.
Thunfisch bei Gicht — Vorsicht geboten
Thunfisch ist einer der purinreichsten Fischsorten. Mit etwa 250–300 mg Purin pro 100 g gehört er zu den Lebensmitteln, die Sie bei Gicht zurückhaltend einsetzen sollten. Frischer Thunfisch ist etwas günstiger als die Konservenvariante.
In der Akutphase (Gichtschub) komplett meiden. In stabilen Phasen gelegentlich eine kleine Portion, idealerweise nicht öfter als einmal alle zwei Wochen. Thunfisch in Wasser ist Thunfisch in Öl vorzuziehen — weniger Kalorien, gleicher Puringehalt.
Wolfsbarsch und magere Weißfische
Wolfsbarsch ist eine sehr gute Wahl bei Gicht. Mit etwa 95–110 mg Purin pro 100 g gehört er zu den günstigsten Fischsorten. Ähnlich verhält es sich mit Kabeljau, Seehecht, Scholle und Dorade — alle mageren Weißfische sind bei stabilen Harnsäurewerten regelmäßig erlaubt.
Praxis-Tipp: Eine Portion mageren Weißfisch zwei- bis dreimal pro Woche ist eine sinnvolle Säule der gichtfreundlichen Ernährung.
Calamari, Tintenfisch und Sepia
Calamari und Tintenfisch liegen mit etwa 130–150 mg Purin pro 100 g im mittleren Bereich. In kleinen Portionen sind sie bei Gicht möglich — wenn paniert und frittiert, kommt allerdings die Gesamtenergiebelastung dazu.
Bei akutem Gichtanfall meiden. In stabilen Phasen gelegentlich, idealerweise gegrillt oder gedünstet — nicht paniert.
Garnelen, Hummer, Austern — die kritischen Klassiker
Krustentiere und Schalentiere sind besonders purinreich. Garnelen liegen bei etwa 150–180 mg pro 100 g, Hummer und Krebse bei 110–130 mg, Austern und Miesmuscheln bei etwa 130–160 mg.
In der Akutphase grundsätzlich meiden. In stabilen Phasen kleine Portionen denkbar, aber nicht regelmäßig. Wer eine Krustentier-Pasta zu sich nimmt, sollte den Rest des Tages besonders purinarm essen.
Fisch bei Gicht — die Grundregeln
- Magerer Weißfisch ist die beste Wahl — Kabeljau, Seehecht, Wolfsbarsch, Scholle, Seelachs (auch in Fischstäbchen).
- Fetter Seefisch in Maßen — Lachs, Hering, Makrele, Sardine: 1–2× pro Woche kleine Portion, der Omega-3-Gewinn ist es wert.
- Thunfisch und Krustentiere zurückhaltend — vor allem in der Akutphase meiden.
- Zubereitung wählt mit — gegrillt, gedünstet oder im Backofen statt frittiert/paniert.
- Bei akutem Gichtanfall alle Fischsorten für mehrere Tage pausieren — der Körper braucht in dieser Phase wenig Purine.
Bei konkreten Fragen zu Ihrer Ernährung sprechen Sie uns in der Sprechstunde an — eine individuelle Beratung anhand Ihrer aktuellen Harnsäurewerte ist effektiver als jede pauschale Liste.

