Kommentar – Coronaimpfungen in unserer Praxis

Sehr geehrte Patientinnen und Patienten,

ich möchte meine Gedanken hinsichtlich der aktuellen Corona Lage und der damit verbundenen Praxisabläufe mit Ihnen teilen:

wir befinden uns am Anfang der “dritten Corona Welle”.
Einige Länder / Landkreise fahren die kürzlich eingeführten – und von vielen sehnlichst erwarteten – Lockerungen wieder zurück.

Auf tagesschau.de wird am 20.03.2021 berichtet:

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Samstagmorgen bundesweit bei 99,9 – und damit etwas höher als am Vortag (95,6). Am Samstag vergangener Woche hatte das RKI binnen eines Tages 12.674 neue Fälle und 239 neue Todesfälle registriert.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitagabend bei 1,18 (Vortag 1,12). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 118 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab.

tagesschau.de/newsticker/liveblog-samstag-101.html#RKI-meldet-mehr-als-16000-Neuinfektionen

Das Ziel von uns allen muss selbstredend sein, sowohl die Sieben-Tage-Inzidenz, als auch den Sieben-Tage-R- Wert wieder signifikant zu senken.

Ich sehe in der Möglichkeit sich impfen zu lassen, in der Möglichkeit damit eine Herdenimmunität zu erzielen, ein effektives Mittel dieses mittel – und langfristig zu erreichen.

Selbstverständlich dürfen – auch nach erfolgter Impfung – die hinlänglich bekannten Alltagsregeln nicht vergessen werden.

Ich merke an den täglichen Gespächen mit Ihnen aber auch Verunsicherung.

Im Rahmen meiner Tätigkeit in den Impfzentren im Kreis Pinneberg merke ich die Erleichterung der Patienten, eine Impfung zu erhalten.
Zum aktuellen Zeitpunkt weiss man noch nicht, wielange die erfolgte Impfung schützt, wann eine Auffrischung erfolgen sollte. Dies ist aktuell noch in der Erforschung.

Auch eine stattgehabte Corona Infektion ist gemäß RKI kein Argument gegen eine Impfung. 6 Monate nach der Erkrankung könnte man sich impfen lassen.

AstraZeneca Impfstoff:

Unabhängig von der aktuellen Diskussion, war der AstraZeneca Impfstoff schon vorher in der Kritik.

Man mag von Herrn Professor Karl Lauterbach halten, was man will.

Muss seine Positionen in den vergangenen Jahren sicherlich nicht teilen, muss sie gar brüsk zurückweisen

(#stattgolfplatz, aerztezeitung.de/Politik/Aerzte-zu-oft-auf-dem-Golfplatz-225217.html),

in Puncto Impfens vertitt er jedoch eine glasklare Meinung:

Er würde sich mit dem AstraZeneca Impfstoff impfen lassen.

Ich persönlich wurde bereits im Februar im Impfzentrum damit geimpft, werde mir selbstverständlich im Mai ( 12 Wochen Impfabstand ) die zweite Impfung geben lassen.

Nach der Impfung ( egal mit welchem Impfstoff ) können Sie Muskelschmerz, Abgeschlagenheit / Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Fieber bekommen. Dabei handelt es sich um eine Reaktion des Körpers auf eine Stimulation durch die Impfung. In der Regel sind diese Sensationen mit Paracetamol, Ibuprofen etc gut zu beherrschen. Die Basisregel nach einer erfolgten Impfung nochmals erwähnt: Schonung, kein Sport, ausreichend Flüssigkeitszufuhr, Meiden von Alkohol, kein Schwimmen, keine Sauna.

Ja, es gibt auch schwerwiegendere Komplikationen, erfreulicherweise sehr selten, aber nicht wegzudiskutieren.

Wie Sie in dem Artikel meines Kollegen Herrn Krumbiegel oder in den Elmshorner Nachrichten gelesen haben, beabsichtigen wir, unsere Patientinnen und Patienten selber zu impfen.

Allerdings ist anzumerken, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen dies nicht erleichtern:

Der Impfstart in den Hausarztpraxen wurde initial verschoben, Offizielles noch nicht / schleppend kommuniziert.

Die Impfstoffmenge pro Praxis ist aktuell lächerlich gering, um die Bedürfnisse adäquat abzudecken.

Ich wiederhole daher die explizite Bitte von Herrn Krumbiegel aus seinem Artikel:

Sollten Sie bereits einen Termin in einem Impfzentrum haben, nehmen Sie diesen bitte wahr!

Was Sie haben, haben Sie!

Sie bauen dann bereits einen gewissen Schutz auf, während Sie möglicherweise wegen der genannten Umstände länger auf einen Termin bei uns warten müssen.

Beachten Sie aber bitte:

Weder im Impfzentrum noch bei uns ist eine Wahl des Impfstoffes möglich!

Wir werden keine Handhabe haben, möglichen Impfstoffwünschen entsprechen zu können.

Daher bitte ich Sie bereits im Vorwege von solchen Anfragen abzusehen, da eine solche Diskussion zeitraubend und nicht zielführend sein wird.

Wir werden verimpfen, was uns zugewiesen wird. Wir werden uns an die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Priorisierungsgruppen halten müssen.

Ich möchten Ihnen an dieser Stelle aber auch danken.

Danken, dass Sie unsere situationsbedingt veränderten Praxisabläufe mittragen.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein schönes Wochenende.

Bleiben Sie gesund und zuversichtlich!

M. A. Lieberei