Das E-Rezept

Das E-Rezept bereitet weiterhin Probleme und wirft immer wieder Fragen auf. Nachfolgend versuchen wir, einige Mißverständnisse auszuräumen und häufige Fragen bzw. Unsicherheiten zu klären.

 

E-Rezept - Schritt1Schritt 1 bei der Erstellung des E-Rezeptes

Vor der Ausstellung eines E-Rezeptes müssen Sie Ihre Krankenkassenkarte in der Praxis zum Quartalsanfang vorgelegt haben. Eine E-Rezeptausstellung oder die Vorbereitung ist sonst nicht möglich. Die Praxis wird bei nicht vorliegender Krankenkassenkarte immer ein herkömmliches rotes (altes) Rezept ausstellen.

Die Quartalssystematik:

Quartal 1 : 01.01. – 31.03.

Quartal 2 : 01.04. – 30.06.

Quartal 3 : 01.07. – 30.09.

Quartal 4 : 01.10. – 31.12.

Bitte beachten Sie: Manche Medikamente, wie z. B. Schmerzmittel, die nur auf einem BTM-Rezept verordnet werden können oder Hilfsmitteln etc., können nicht als E-Rezept verordnet werden. Auch können verschreibungsfreie Medikamente sowie Rezepte für Privatpatienten derzeit noch nicht als E-Rezept ausgestellt werden.

 

E-Rezept ServerSchritt 2 E-Rezept

Sollten die grundlegenden Bedingungen erfüllt sein (Karte liegt vor, die Medikamentenbestellung ist schon wieder fällig, das Medikament ist auf E-Rezept verordnungsfähig, etcetc,), werden wir das E-Rezept erstellen und auf einen der Gematik-Server hochladen.

Hier liegt leider oft die erste Hürde. Sollte es – wie so oft – zu einer technischen Störung kommen, ist die zeitgerechte Ausstellung nicht möglich. Oftmals versuchen wir das aber noch über Stunden. Bitte planen Sie für E-Rezepte 2 Werktage Vorlaufzeit ein!

Sollte die Erstellung des E-Rezeptes endgültig scheitern, werden unsere Mitarbeiterinnen dieses auf ein altes rotes Papierrezept umschreiben müssen. Dies macht doppelte Arbeit und beeinträchtigt den Praxisablauf erheblich.

 

 

 

E-Rezept 3Schritt 3 E-Rezept: In der Apotheke

Sollte das E-Rezept auf dem Server angekommen sein, können Sie nun mit Ihrer Krankenkassenkarte Ihre Apotheke aufsuchen. Die Krankenkassenkarte dient hier nur als Identitätsnachweis, das eigentliche Rezept befindet sich nicht darauf.

Auch hier lauert wieder eine Fehlerquelle. Obgleich das Rezept korrekt auf dem Server abgelegt ist, kann es immer wieder zu Störungen beim Abruf kommen. So geschehen die letzten Wochen, meist am Montagmorgen. Sie als Patient können leider nicht nachvollziehen, ob die Praxis nun ein rotes Rezept ausgestellt hat oder ob der Fehler an einer anderen Stelle lag oder liegt. Es gibt nun die Möglichkeit, es in der Apotheke zu einem späteren Zeitpunkt erneut zu versuchen oder in der Praxis vorstellig zu werden.

Eine Alternative wird weiter unten beschrieben, wir legen Ihnen diese an Herz!

Bitte achten Sie darauf, dass Ihre Apotheke keine Medikamente von den Rezepten löscht! Dies ist unnötig, selbst bei einer Teileinlösung. Die verbleibende Verschreibung kann auch in einer anderen Apotheke eingelöst werden und die Arztpraxen können Löschungen nicht sehen! Wir dürfen Ihnen aber leider immer nur einen Quartalsbedarf rezeptieren. Dies würde erhebliche Probleme nach sich ziehen.

 

E-Rezept AppDas E-Rezept per App einsehen

Um die Unsicherheit, ob nun ein E-Rezept für Sie vorliegt oder ob ein rotes Rezept ausgestellt worden ist, möglichst vorab zu klären, können Sie sich die E-Rezept-App der Gematik herunterladen. Rufen Sie vorab bei Ihrer Krankenkasse an und lassen Sie sich eine PIN schicken. Dieser wird Ihnen postalisch mit einem PostIdent-Verfahren zugesandt und ist für die App erforderlich. Bei meiner Krankenkasse dauert der Versand 14 Tage.

Ist die App korrekt installiert und eingerichtet, erscheinen dort nun Ihre E-Rezepte und Sie können in die Apotheke gehen, taucht es dort nicht auf, sollten Sie in der Praxis vorstellig werden und es dort abholen bzw. klären, warum eine Ausstellung nicht möglich war. Zusammen mit der App können Sie nun also unter Berücksichtigung der oben aufgeführten Punkte unsere Online-Rezeptbestellung bedenkenlos weiter benutzen.

 

 

 

Die Gematik E-Rezept AppDie App “ Das E-Rezept“ von der Gematik

Im Google Playstore sowie im Apple Appstore finden Sie die App mit der Suche „Gematik E-Rezept“. Im Sreenshot sehen Sie das blau-weiße Icon. Nach dem Download werden Sie durch den Installationsprozess geleitet.

Wie oben bereits erwähnt, werden Sie dazu den PIN Ihrer Krankenkassenkarte benötigen.

Die App wird dann Ihre gültigen und auch Ihre bereits eingelösten Verordnungen zeigen.

 

 

 

 

Sollten Sie noch Fragen oder Anmerkungen haben, schreiben Sie bitte in den Kommentaren!


Anmerkung: Wir möchten an dieser Stelle noch einmal erwähnen, dass die Einführung dieser Art von Digitalisierung nicht unser Wunsch war und wir wie Sie auch nun damit leben lernen müssen.

Einführung des eRezeptes

Aktualisierung bezgl. der E-Rezeptes:

Das E-Rezept

Der bundesweite Rollout des elektronischen Rezepts hat am 1. Juli 2023 begonnen. Vertragsärztinnen und -ärzte sind nach den Plänen der Bundesregierung dann ab dem 1. Januar 2024 verpflichtet, für verschreibungspflichtige Arzneimittel eRezepte auszustellen. Ein entsprechendes Gesetz ist in Vorbereitung.

Quelle: KBV

Ab dem 01.01.24 sollte das eRezept verpflichtender Standard werden und Ärzte, welche dazu (technisch) nicht in der Lage oder willens sind, mit einer Honorarstrafe belegt werden. Tatsächlich steht das Digitalgesetz am 22.02.24 auf der Tagesordnung des Bundestages. Der offizielle Stand ist hier ersichtlich: dip.bundestag.de/vorgang/gesetz-zur-beschleunigung-der-digitalisierung-des-gesundheitswesens-digital-gesetz-digig/303311

Es bleibt zu hoffen, dass das Gesetz vielleicht doch noch auf dem letzten Meter scheitert, oder sich zumindest verzögert.

Unsere Praxis plant die Einführung des eRezeptes folgendermaßen, Zielsetzung ist ein möglichst langes Beibehalten der bewährten Strukturen:

Sie bestellen Ihre Rezepte wie gewohnt vor und diese werden vorbereitet. Sie holen dann Ihr Rezept unter Vorlage der Krankenkassenkarte zwischen (NEU!) 12 bis 12.30h in der Praxis ab. Nachdem im Quartal erstmalig Ihre Krankenkassenkarte eingelesen worden ist, kann auch ein eRezept vorbestellt werden. Allerdings erst dann.

Wir verzögern damit die in unseren Augen für Sie nachteilige Variante des eRezeptes:

Da vor der Rezeptausgabe geprüft werden muss, dass der Patient weiterhin versichert ist und wenn ja wo, erfolgt zunächst die Vorlage der Krankenkassenkarte. Erst dann kann das eRezept erstellt beziehungsweise vorbereitet werden. Sie verlieren damit die Möglichkeit der Vorbestellung (unser Rezepttelefon sowie die Online-Rezeptbestellung werden damit nutzlos) und der sofortigen Mitnahme, denn erst dann kann Ihr Arzt das eRezept elektronisch unterzeichen. Dieser Vorgang kollidiert aber mit der Sprechstunde und wird erhebliche Wartezeiten nach sich ziehen. Oder Sie finden sich nach der Vorlage der Krankenkassenkarte und Ihrer Bestellung vor Ort am Folgetag zur Abholung ein.

Kurzfassung: Vorlage der Krankenkassenkarte -> Erstellung des Rezeptes -> Freigabe durch den Arzt in der sprechstundenfreien Zeit -> Abholung z. B. des Ausdruckes

Die geschürten Hoffnungen, sich durch das eRezept Wege zu sparen oder gar eine Ganzjahresverordnug zu erhalten, sind gänzlich utopisch und weltfremd. Es wird keine Anwendung finden. In der Realität werden Abläufe behindert und verzögert.

Wir werden die verlängerte Apaptationsphase nutzen, das bestmöglichste Verfahren zu entwerfen. Fragen dazu gerne in die Kommentare.

Zu Ihrer Information: Für Privatpatienten ist das eRezept aktuell noch nicht „aktiviert“.